Presseerklärung: Polizei-Infos von höchster Stelle – Offenbarungen zum 30.9.

Versicherung an Eides statt eines Parkschützers

Stuttgart, 17. Februar 2011: In einer eidesstattlichen Erklärung legt Parkschützer Mark Pollmann heute offen, was er von einem Informanten aus obersten Polizeikreisen erfahren hat. Eine eidesstattliche Erklärung kann jedermann, auch anonym, bei einem Anwalt abgeben.

„Seit August 2010 hatte ich über Umwege Zugang zu gelegentlichen, aber wesentlichen Informationen aus höheren Polizeikreisen, Stuttgart 21 betreffend. Namen kenne ich nicht und ich wollte sie nie wissen. Ich wusste, dass die Person aus einem Gewissenskonflikt heraus handelte, da sie das Geschehen für Unrecht hält. […]

Am Dienstag, den 28. September 2010, erhielt ich gegen 17:30 Uhr die folgende Information:

Von höchster Stelle entschieden: Im Mittleren Schlossgarten ist am Freitag, den 30.09.2010 um 15 Uhr ein Polizeieinsatz mit 3.000 Polizeikräften aus verschiedenen Bundesländern geplant. Auftrag: Einzäunung und Sicherung des vorgesehenen S21-Areals im mittleren Schlossgarten sowie Begleitung und Sicherung der bis Samstag Abend, den 2. Oktober vollzogenen Abholzung des Areals. Es hieß in der Botschaft: von höchster Stelle entschieden. [Und es ist vom gesamten S21-Areal die Rede] Namen wurden nicht genannt.

[…]

In den ersten vier Tagen nach dem 30.09.2010, also bis Montag, den 4. Oktober, erhielt ich folgende Informationen:

  1. Es waren 30 Zivilbeamte der Bundespolizei und eine nicht genannte Anzahl an Landespolizisten in Zivil beim Einsatz am 30.09.2010 von Beginn an dabei.
  2. Bis zum 3. Oktober 2010 hatte sich im Rahmen des Einsatzes kein Polizeibeamter dienstunfähig gemeldet, d.h. es gab am 30.9.2010 keine verletzten Polizisten.
  3. Zudem wurde ich darüber informiert, dass bei der Polizei fieberhaft in den vielen Stunden Filmmaterial nach Bildern gesucht werde, um im Rahmen einer öffentlichen Erklärung die angebliche Gewaltbereitschaft der Demonstranten zu beweisen. Da sie aber bisher praktisch nichts fänden, verzögere sich das immer mehr.

[…]

Mir wurde mitgeteilt, dass einige Tage nach dem 30.09.2011 am Einsatz beteiligte Polizisten von Vorgesetzten aufgefordert wurden, sich krank und dienstunfähig zu melden.

[…]

Über Umwege erreichte mich Anfang Februar 2011 die Information, dass in höheren Polizeikreisen der Druck ganz enorm sei. Es werde mit allen Mitteln versucht, die Quelle der Informationsvermittlung herauszufinden, weshalb Mitarbeiter unter ständiger Beobachtung stehen und sogar soziale Kontakte einschränken, um nicht in Verdacht zu kommen. […] “

Die vollständige eidesstattliche Erklärung als PDF zum download.

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2 Antworten zu Presseerklärung: Polizei-Infos von höchster Stelle – Offenbarungen zum 30.9.

  1. ebse sagt:

    Danke Mark!
    Die angepassten (jetzt hätte ich fast ‘angepissten’ geschrieben…) PolizistInnen fördern und unterstützen wohl schon die “Demokratie” – aber halt die “nach Art der CDU”…. und für mich ist deren Art schon lange keine Demokratie mehr; vielleicht noch nie gewesen… denkt man an Filbi und Kiesi und Ötti und der Späth mit seiner “Wirtschaftsneigung”…. d’r Deifel, den kundscht eh vergässa…

  2. Michael sagt:

    Das deckt sich mit allem, was ich am 30.09. als Versammlungsleiter in der Parkwache erlebt habe und das deckt sich mit Vielem, was ich selbst erlebt habe, als Betroffener, als Mitglied des Deeskalationsteams und was mir viele Damen erzählt haben, die ganz bewußt eingeschüchtert werden sollten. Das muß ins Land getragen wedren. Die Menschen müssen endlich sehen, wo wir leben.So geht das nicht weiter !!!

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